Profil - Oberschule

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Profil

Unsere Schule
Den Namen von Erna und Kurt Kretschmann tragen zu dürfen ist für uns eine Ehre, aber auch eine Verpflichtung. Wir wollen uns dieses Namens würdig erweisen, wir wollen ihn leben.

Dieser Name bestimmt das Profil unserer Schule.

1.  Natur- und Umweltschutz; Nachhaltigkeit

Wenn von Kurt Kretschmann die Rede ist, denken viele Menschen sofort an die Naturschutz-Eule.  Sie war als „Totenvogel“ verschrien und bedurfte bereits damals des Schutzes. Als die Idee aufkam, die neu festgelegten Naturdenkmäler zu kennzeichnen, führte das zu Diskussionen, wie solch ein Symbol aussehen könnte. Kurt plädierte für die Waldohreule. In seinen Erinnerungen heißt es dazu: „Das Eulenschild sollte schön sein, zur Nachdenklichkeit anregen und den Schutz dieser Tierart verstärken.“ Einer seiner Mitstreiter machte einen Entwurf, ein anderer die Reinzeichnung, und so entstand die Eule; fast so, wie wir sie heute noch als Zeichen für den Naturschutz kennen. Anfang der 90er Jahre wurde sie zum gesamtdeutschen Symbol.
Nach 1945 dienten die Kretschmanns auf vielfache Weise dem Naturschutz: Kurt Kretschmann arbeitete als Naturschutzbeauftragter des Kreises Oberbarnim (1949), als Leiter der Landesfachstelle für Naturschutz3 (1951) und als Referent in der Akademie für Landwirtschaftswissenschaften in Berlin (1952-1954). Hier wirkte er an der Formulierung des DDR-Naturschutzgesetzes mit. Erna Kretschmann war zunächst Kreisrätin für Volksbildung (1946-1949) und baute das Schloss Bad Freienwalde als Kulturhaus aus. Später wirkte sie als Referentin für Naturschutz beim Rat des Kreises Bad Freienwalde (1951-1952). Von 1954 bis 1960 bauten beide gemeinsam die Lehrstätte für Naturschutz Müritzhof auf. Kurt Kretschmann übernahm dabei die Funktion des Leiters dieser weltweit einzigartigen Bildungseinrichtung für Naturschutz. Hier wurden am Rande des damals größten Naturschutzgebietes der DDR, dem Ostufer der Müritz, zunächst ohne staatliche Förderung etwa 1.000 Naturschützerinnen und Naturschützer von den Kretschmanns ausgebildet.
Erna und Kurt Kretschmann können deshalb zu Recht als Mutter und Vater des ostdeutschen Naturschutzes gelten. Sie begeisterten unzählige Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung für das Anliegen des Naturschutzes und beeindruckten durch ihre gelebte Uneigennützigkeit, Naturverbundenheit und Menschenfreundlichkeit.
 
2. Gesunde Lebensweise

Kurt Kretschmann sehnte sich bereits früh nach einem Leben in Freiheit. Doch dafür war Geld nötig. So kreisten seine Gedanken darum, die Ausgaben für Ernährung von wöchentlich 14 Mark halbieren zu können … 1931 begann er mit einem Experiment. Er wollte prüfen, welchen Einfluss ein oder zwei Obsttage in der Woche auf sein Arbeitsvermögen haben. In einer Schrift von ihm konnte man dazu lesen: „Ich fühlte mich dabei sehr gut.“ Ausführlich beschrieb er seinen Speiseplan und wie er günstig zu fleischlosen Lebensmitteln kam. So konnte er sich für drei bis 3,50 Mark in der Woche ernähren. Jeden Pfennig legte er für den geplanten Ausstieg aus dem bisherigen Leben zurück.
Wichtige Impulse und Anregungen lieferten ihm hierbei Bücher der Weltliteratur, die er sich von seinem wenigen Taschengeld von einem fahrenden Buchhändler kaufte. „Ich las die Klassiker des Buddhismus, Tolstoi und Gandhi. Sie wurden zu meinem Fundament“, berichtete Kurt rückblickend auf diese Zeit. „Damals erfuhr ich zum ersten Mal auch von der vegetarischen Ernährungsform, durch die ich meine Lebensweise drastisch vereinfachen und billiger gestalten konnte. Meiner körperlichen Verfassung hat sie ebenfalls gut getan. Und ich bin dem Vegetarismus seit meinem 17. Lebensjahr treu geblieben“.             
 
3.  Pazifismus

Ihren Leitspruch fanden Erna und Kurt bei Johann Wolfgang von Goethe:

"Manches Herrliche der Welt ist in Krieg und Streit zerronnen.
Wer beschützet und erhält, hat das höchste Los gewonnen."


Dieser Spruch Goethes stand auf ihrem Arbeitstisch im Haus der Naturpflege.
Bereits in jungen Jahren bildete sich Kurt Kretschmanns pazifistische Überzeugung heraus. Bedeutenden Einfluss hatte seine Begegnung mit Ernst Friedrich, dem Gründer des Berliner Anti-Kriegsmuseums. Als Kurt Kretschmann 1933 Uniformen schneidern sollte, kündigte er und zog zu seinem Freund Herbert Marquardt in eine Laube in Rüdnitz bei Bernau.
Über diese Zeit hatte Kurt Kretschmann schon 1941 ausführliche Aufzeichnungen verfasst, die er 2002, im Alter von 88 Jahren, veröffentlichte. Die Schilderungen enthalten alles, was ihm Zeit seines Lebens wichtig sein sollte: die vegetarische Ernährung, der Verzicht auf Alkohol, die Liebe zur Natur und zur Gartenarbeit, das einfache Leben, die unbedingte Mitmenschlichkeit, der Pazifismus.
Kurt Kretschmann schrieb in seinen Kriegserinnerungen:  „Abschließend sollte man vielleicht noch eins sagen: Es gibt nichts Schlimmeres als den Krieg. Und wer sich vorstellt, dass da irgendwelche Überlegungen zählen, der irrt gewaltig. Man ist völlig ein Spielball von Zufällen. In einer Zeit, in der noch Möglichkeiten bestehen, für den Frieden einzutreten, muss man sich immer dessen bewusst sein, dass es nichts Schrecklicheres als den Krieg gibt.“
 
Alles was hier zitiert und erwähnt wurde macht mehr als deutlich, wie wertvoll dieses Erbe ist und wie groß die Verantwortung, sich ihm zu verpflichten. Wir haben in den vergangenen Jahren, die wir diesen Namen tragen, damit begonnen und werden es kontinuierlich fortsetzen und vertiefen. Unsere feste Zusammenarbeit mit dem Haus der Naturpflege macht sehr deutlich:
Wir sind auf dem richtigen Weg!

 
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